Das schwarze Schaf in einer Familie zu sein, ist ein Gefühl... nur ein Gefühl
Das schwarze Schaf in einer Familie zu sein, ist ein Gefühl. Lediglich ein Gefühl. Es gibt keine vorlegbaren Beweise, nichts was man Dritten vorlegen kann und sagen: "Hier, siehst du, so ist es!" und dieser Dritte sagt: "Himmel! Was hast du mitgemacht! Wie bist du behandelt worden! Das ist nicht normal! Das ist vollkommen abnorm!". Nein, das wird ein schwarzes Schaf nicht erleben.
Es bleibt nur ein Gefühl. Das Gefühl nicht dazu zu gehören. Das Gefühl falsch zu sein wie man ist. Die Unsicherheit, was man nur falsch gemacht hat, warum man nicht so ist wie die anderen. Das Gefühl von Schuld. Und das lebenslange Fragen, was mit einem nicht stimmt, dass man so sonderbar, so anders ist, dass niemand es mit einem aushält.
Und es hält ja niemand mit einem aus. Längst schon ist das Gefühl nicht dazu zu gehören, nicht "richtig" zu sein, nicht kommunikativ, nicht Ansprechpartner, nicht Mitspieler, nicht für voll genommen, nicht gleichwertig zu sein, so tief in der Seele verankert, dass man nicht daran zweifelt und jegliche neuen Kontakte selbst sabotiert. Weil... man ist nicht richtig, so wie man ist.
Und, weil man noch nie so richtig war, wie man ist, wird man auch immer "unrichtiger". Bestimmte Verhaltensweisen anderer, Reaktionen anderer auf von einem gesagtes, Abwendungen, Aufmerksamkeitslosigkeiten und so vieles mehr im Zwischenmenschlichen, werden mit großer Empfindlichkeit registriert und entsprechend mit Rückzug reagiert, um erneuten Zurückweisungen oder der Furcht wieder einer neuen Traurigkeit und Enttäuschung ausgeliefert zu sein zu entgehen.
Irgendwann ist man nicht mehr fähig Real von Imaginär zu unterscheiden. Was an Ablehnung bilde ich mir nur ein, was ist wirklich? Habe ich mir dies nun selbst wiedereinmal verbaut oder war es tatsächlich so, dass man Gefahr lief wieder auf die selben falschen Töne anzuspringen?
Es bleiben nur Fragen. Der Rückzug, das Alleinsein, wird zur einzigen Sicherheit. Und wahrscheinlich ist man längst schon so merkwürdig, eigen, anders in seinen Ansichten, Meinungen und im Verhalten, dass es niemanden mehr gäbe, der einem ähneln könnte, der verstehen könnte und eine Energie zuwenden könnte, die wärmt, die einen erwärmt, zum tauen bringt und die ganze Welt der Gefühle, Wärme, Zuwendung, Hilfsbereitschaft und Verständnis annehmen und zurückgeben würde, die große Sehnsucht. Und doch, möchte man so gerne und kann nicht.......
Das schwarze Schaf geht seinen (selbstverschuldeten?) Weg allein.
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