Sonntag, 12. Juni 2016

Zufälle gibt es

Und wieder besuchte ich meine Eltern. Brauste also Samstagsmorgens die 50 km von mir in meinen Heimatort. Und da ich noch nichts gegessen hatte und es schon nach Mittag war machte ich einen Schlenker und parkte in der Innenstadt. Dann ging ich zu Fuß durch das Städtchen und kaufte mir etwas beim Bäcker.
Da ich ewig nicht mehr in dieser Stadt war ging ich essend ein wenig die mir altvertrauten und doch so fremden Geschäftsstraßen lang, betrachtete jene und diese Veränderung und bog in eine kleine Nebeneinkaufspassage ein.

Wer kommt mir entgegen - meine Schwester J. (alleine - gosh!). Ich sehe sie auf mich zu kommen, sie erkennt mich kurz darauf auch. Ich beisse noch einmal in mein Croissant, als sie vor mir stehen bleibt und mit ihrer immer etwas schrillen Stimme erstaunt ausruft, dass sie nun als allerletztes erwartet hat mich hier zu treffen. Ich sage, dass es mir genauso geht.

Ich sage schon lange nicht mehr viel bei meiner Schwester (habe meistens die Hoffnung aufgegeben...) , was sie aber nie zu bemerken scheint. Sie erzählt mir in ihrer aufgesetzt munteren Art, das Sie einkaufen war, für unsere Mutter neue Wäsche und bla bla bla. Und dann weiter, dass sie ja gerne mit mir einen Kaffee trinken würde, aber
a) ihr tun die Füße weh - kurzes Zögern (vermutliche Gedanken = "mist, die könnte man sich ja im Cafe ausruhen")
b) sie hunger hat und nach hause was essen muss  - kurzes Zögern (vermutliche Gedanken = "mist, in einem Cafe oder so könnte man auch was essen")
c) ihre 16jährige Tochter wieder anstrengend ist (meine Nichte ist diagnostizierte Borderlinerin!) und sie zu ihr nach hause muss - lächeln (vermutliche Gedanken = "Bingo! Gerettet!")

Ich sage darauf gemütslos: "Ich will dich nicht aufhalten."
Sie darauf freundlich lächelnd: "Aber du hältst mich doch nicht auf!!"

Wir verabschieden uns. Das war wieder eine Begegnung der dritten Art......

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